Forschungsschwerpunkt: Social Cure: Eine sozialpsychologische Perspektive auf Gesundheit

Hintergrund

Was hält uns gesund? Diese Frage beantworten wir oft mit einer sehr individualistischen Perspektive. Wir schauen dann auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten einzelner Personen oder empfehlen Entspannungsverfahren zum erfolgreichen Stressabbau. Dies alles sind sehr wichtige Bausteine für unsere Gesundheit, aber oft gelingt es uns nicht, den gesünderen Salat zu essen, wenn die eigenen Freunde zur Pizza greifen. Wenn meine besten Freunde oder WG-Mitbewohner/Mitbewohnerinnen regelmäßig Laufen gehen, bin ich eher motiviert mitzulaufen, als wenn ich mich alleine aufraffen müsste. Oder, wenn ich glaube, dass alle in meinem Studiengang bis in die Nacht hinein lernen und sich keine Pausen gönnen, fühle ich mich schlecht, wenn ich am späten Nachmittag aufhöre und einen Stadtbummel mache– auch, wenn das für mich gesünder und für meinen Lernerfolg viel besser wäre.

Und genau hier kommt die Sozialpsychologie ins Spiel: Wir Menschen existieren nicht in einem sozial-leeren Raum, sondern sind eingebettet in soziale Gruppen. Und die bestimmen mit ihren Normen und Werten auch unser Verhalten. Darüber hinaus wissen wir inzwischen auch, dass allein das Verbundensein mit anderen Menschen, also das Wissen, dass man Teil bestimmter sozialer Gruppen ist, stress-reduzierend und gesundheitsfördernd wirkt. Eine zentrale Variable dabei ist unsere Identifikation mit der jeweiligen Gruppe.

Diese sozialpsychologischen Einflussfaktoren sind bisher deutlich weniger untersucht. Im Rahmen diese Forschungsschwerpunktes werden in verschiedenen Teilprojekten sowohl der Einfluss der Identifikation mit Gruppen als auch der Einfluss von Normen auf die Gesundheit untersucht. Wir konzentrieren uns dabei zum einen auf Leistungsnormen und zum anderen auf die seelische Gesundheit und das Stresserleben. Theoretische Grundlage ist dabei der Social Identity Approach von Tajfel und Turner.

Ziel

Ziel ist es, die Wirkweisen sozialpsychologischer Faktoren auf die (seelische) Gesundheit besser zu verstehen und auf diese Weise für gesundheitsfördernde Interventionen nutzbar zu machen. Interventionen, die dann auch als Angebote auf dem Campus genutzt werden könnten.

Ablauf

Die einzelnen Forschungsfragen sowohl im Rahmen der LUST-Studie, mit zusätzlichen Surveys sowie experimentell untersucht.

Status

Der Forschungsschwerpunkt läuft seit 2014.

(Stand: 10.09.2021)

Solltet Ihr zu diesem Angebot Fragen haben, wendet Euch an:

Dipl.-Psych. Katrin Obst

Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie

Ratzeburger Alle 160
23562 Lübeck
Gebäude 50 (2. OG), Raum 517

Email:katrin.obst(at)uksh.de
Phone:+49 (0) 451 500 51225
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