Edgar Voltmer tritt Professur für Gesundheitsförderung in Studium und Beruf an

Er übernimmt damit die Leitung der Arbeitsgruppe Studierendengesundheit am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie

Zum 01.02.19 tritt Prof. Dr. med. Edgar Voltmer die Professur für Gesundheitsförderung in Studium und Beruf an. Bereits seit 2004 bezog er die Universität zu Lübeck in Studien zu psychosozialen Belastungen von Medizinstudierenden und Ärzten ein. Die Ergebnisse führten 2007 zur Einführung eines Wahlfachs „Gesundheit und Wohlbefinden für Medizinstudierende und Ärzte“ an der UzL, in dem Medizinstudierende für potentielle Risiken in Studium und Berufsausbildung sensibilisiert wurden und Strategien zu einer konstruktiven Bewältigung entwickelten und trainierten. Dazu gehörte auch der offene, im Alltag häufig vermiedene Austausch in der Gruppe über Erfahrungen und Belastungsgefühle im Studium. „Mir ist noch gut in Erinnerung,“ so Prof. Voltmer, „wie eine Studentin dieses Wahlfachs einmal sagte:‘ Und endlich gibt mal jemand von den Kommilitonen zu, dass er/sie auch sehr lange und sehr viel gelernt hat und sich trotzdem total unsicher fühlte, ob es in der Prüfung reicht.‘ In von uns durchgeführten Fokusgruppen wurde dies z.B. durch Äußerungen bestätigt wie: „Das war ja einer der wichtigsten Effekte des Wahlfachs, dass zwanzig Leute zusammensaßen und offen darüber gesprochen haben, wie es ihnen gerade geht.“

Mit der 2011 begonnenen LUST-Studie und der strukturellen Verankerung des Themas durch die Einrichtung einer „Arbeitsgruppe Studierendengesundheit“ unter Leitung von Thomas Kötter, an welchen Prof. Voltmer als externer Kooperationspartner maßgeblich beteiligt war, wurde dieser Weg konsequent fortgesetzt und erfährt mit der Einrichtung und Besetzung der (bundesweit ersten) Professur für Gesundheitsförderung in Studium und Beruf eine weitere Konsolidierung.

„Neben der Motivierung und konkreten Angeboten für die persönliche Gesundheitsförderung der Studierenden ist ein gleichrangiges Anliegen aber auch, Organisation und Strukturen des Studiums auf vermeidbare Belastungen zu untersuchen. Dazu gehört z.B. für die Medizin, was in den MINT-Fächern schon erfolgreich exerziert wurde, als man dort die Anzahl der Prüfungen in BA und MA Studiengängen deutlich reduzierte. In der Medizin wie auch in anderen (Gesundheits-)Wissenschaftlichen Disziplinen studiert mittlerweile ein hoher Anteil weiblicher Studierender. Studien, einschließlich der LUST-Studie, belegen, dass diese stärker auf diese Belastungsfaktoren reagieren als ihre männlichen Kommilitonen. Es stellt sich daher die Frage, wie dies in Planung und Umsetzung von gesundheitsfördernden, aber auch allgemein organisatorischen Maßnahmen adressiert werden kann. Und schließlich sind die Erfahrungen und das Wohlbefinden  der Absolventen der Universität zu Lübeck nach deren Berufseintritt sowohl in dem, was wir darüber wissen, als auch was wir als Universität dafür tun, ein noch weitgehend unbearbeitetes Feld,“ beschreibt Prof. Voltmer die ersten Arbeitsschwerpunkte.

„Ich freue mich,“ so Prof. Voltmer, „mit der Universität zu Lübeck an einen Ort zu kommen, an dem die Gesundheit von Studierenden und Mitarbeitern bereits im Leitbild verankert und konsequent in Interventionsprojekten adressiert wurde. Besonders die Vernetzung mit dem Projekt der Gesunden Hochschule, den Studiendekanaten von Medizin und MINT, dem Institut für Arbeitsmedizin sowie weiteren befassten Stellen und nicht zuletzt die partizipative Einbeziehung der Studierenden in die Planung von Maßnahmen zu Gesundheitsförderung ist mir ein besonderes Anliegen.“

Prof. Dr. med. Edgar Voltmer wurde 1963 in Gifhorn geboren. Er studierte Medizin in Hamburg und arbeitete dort 3 Jahre klinisch in den Fächern Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Innere Medizin. Danach wechselte er zur Techniker Krankenkasse und war dort zunächst im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung, später im Stabsbereich Unternehmensentwicklung und schließlich als Leiter der Organisationsabteilung tätig. Parallel absolvierte er die Ausbildung als systemischer Berater/Familientherapeut (DGSF). Ein Lehrauftrag an der Fachhochschule Hamburg bestätigte die Begeisterung für Lehre und Forschung und führte zum Wechsel an die Theologische Hochschule Friedensau (ThHF). Nach der Habilitation zum Thema „Psychosoziale Belastungen von Medizinstudierenden und Ärzten und Ansätze zur berufsspezifischen Prävention und Gesundheitsförderung im Medizinstudium“ am Institut für Musikermedizin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 2013 wurde er 2014 an der ThHF als Professor für Gesundheitswissenschaften berufen.

2009 erhielt er den Förderpreis für herausragende Lehrveranstaltungen an der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und 2010 den Karl-Storz-Preis der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie für akademische Lehre für das Wahlfach Musikermedizin an dem er mit dem Blockmodul „Gesund sein und gesund bleiben im Arztberuf“ beteiligt war.

Prof. Voltmer ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Lesen, Sport treiben sowie Musik hören und machen gehören zu seinen besonders geschätzten Freizeitbeschäftigungen.

Freitag, 01.02.2019 00:00

Prof. Dr. med. Edgar Voltmer